Wie alles begann

Um ehrlich zu sein begann alles 2014 beim Tischtennisspielen in der Nähe der Pinakotheken in München. Zusammen mit einer lieben Freundin von mir probierte ich gerade meinen longline Schmetterball aus, als sie mir über das Netz zurief, dass sie glaubt, dass der Zertifikatslehrgang der Social Entrepreneurship Akademie München genau das richtige für mich sei. Mein Schlag ging daneben, aber die Idee eines Zertifikatslehrgangs von der Dauer eines Jahres zum Thema “Nachhaltiges und soziales Unternehmertum” ließ mich nicht mehr los. Kurzerhand bewarb ich mich darum und ein Jahr später beendete ich zusammen mit 24 weiteren Student/innen das Zertifikatsstudium an der Social Entrepreneurship Akademie in München.

Eigentlich hätte unser 5-köpfiges Team mit unserer Idee einer App – die durch eine Schnitzeljagd Blinde- und Sehbehinderte Menschen mit Sehenden Menschen spielerisch zusammenbringt – direkt weitermachen können, wenn nicht der Zeitpunkt ein falscher gewesen wäre. Ich hatte mich gerade erst als Projektmanagerin im Agenturumfeld selbständig gemacht und die übrigen wollten sich ebenfalls auf neue Aufgaben außerhalb der Weiterentwicklung der Geschäftsidee konzentrieren. Und so kam es, dass wir zwar ein Jahr Recherche in den Markt der Blinden- und Sehbehinderten gesteckt hatten, dies aber nicht einsetzen konnten. Jedoch stand für mich nach all dieser Zeit fest – irgendwann werde ich etwas starten, was Blinde- und Sehbehinderte Menschen unterstützen wird.

Und dann war da mein Griechenlandurlaub im Sommer 2016. Ich hatte mir in den letzten Jahren bereits einen Namen als Projektmanagerin im Agenturumfeld gemacht, war viel auf Reisen und war ein großer Fan des digitalen Nomadentums. Nun saß bei gefühlten 43 Grad auf der schönen griechischen Insel Lemnos vor meinem Laptop und ein kleiner Reminder ploppte im Bildschirm auf – eine Freundin von mir hat bald Geburtstag und ich sollte an ihr Geburtstagsgeschenk denken.

Kurz zuvor beim Frühstück an diesem so schönen heißen Tag saß ich neben einem Gründer aus Finnland, der sich auf das Lernen von Musikinstrumenten mit Hilfe einer App spezialisiert hatte und wir unterhielten uns über das Unternehmertum, über die Urlaubszeit und über noch offene Träume, die jeder von uns hat.

Dann fügte sich alles nach fast drei Jahren zusammen. Er fragte mich, warum ich nicht nochmals meine Recherchen durchsehe, und ob ich nicht doch noch die besagte Schnitzeljagd-App für Blinde- und Sehbehinderte realisieren könne. Und diese Frage hallte länger in mir als gedacht. So saß ich nun vor meinem Rechner und schaute mir die Recherche an, die wir bei den Blinden- und Sehbehinderten Werkstätten deutschlandweit durchgeführt hatten und suchte parallel noch nach dem Geburtstagsgeschenk. „Die Werkstätten stellen ja Produkte her. Warum bestelle ich nicht einfach dort ein Geschenk für meine Freundin?“ Da es aber nicht so einfach möglich war, direkt online bei den Werkstätten zu bestellen, kam mir die Idee: “Wie wäre es, du bietest einfach selbst die Produkte an, die in Werkstätten für behinderte Menschen entstehen?” Und aus dieser für mich so verrückten Idee und nach vielen Gesprächen, noch mehr Gedanken und mit ganz viel Leidenschaft ging ein Jahr später herrtillmann.shop online.

Um ehrlich zu sein kann ich es selbst nicht glauben. Mir ist bei all dem vor allem eins wichtig: Die tollen Produkte sollen nicht nur die neuen Besitzer glücklich machen, sondern auch dazu beitragen, auf die Arbeitsleistung der Menschen die die Produkte erschaffen aufmerksam zu machen.

Vielen Dank fürs Lesen und schön, dass du da bist!

Liebe Grüße,

Ellen

 

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